So vermeidest Du Plagiate 

Plagiatfrei schreiben klingt eigentlich ganz einfach: Du übernimmst nichts von anderen, ohne die Quelle anzugeben. Fertig. 

In der Praxis entstehen Plagiate aber nicht nur durch bewusstes Kopieren. Auch unklare Notizen oder Zeitdruck können zu fehlenden Quellenangaben führen. 

In diesem Beitrag zeige ich Dir, was ein Plagiat ist, welche Plagiatarten Du kennen solltest und mit welchen Strategien Du Deine Hausarbeit oder Abschlussarbeit von Anfang an plagiatfrei schreiben kannst.

Was ist eigentlich ein Plagiat?

Ein Plagiat entsteht, wenn Du fremde Texte, Ideen oder Argumente übernimmst, ohne ihre Herkunft kenntlich zu machen.
Dabei geht es  nicht nur um das wortwörtliche Abschreiben: Auch Paraphrasen brauchen eine Quellenangabe.
Gerade zu Beginn des Studiums sorgt das oft für Unsicherheit. Typische Fragen sind zum Beispiel:

  • Muss ich eine umformulierte Aussage zitieren?
  • Was gilt bei selbst übersetzten Texten?
  • Darf ich Teile eigener früherer Arbeiten verwenden?
  • Wie gehe ich mit Informationen aus ChatGPT o.ä. um?

Welche Arten von Plagiaten gibt es?

Beim Begriff Plagiat denken viele zuerst an das klassische Copy-and-Paste. Tatsächlich kann ein Plagiat aber ganz unterschiedlich aussehen.

Ein paar Arten solltest Du unbedingt kennen:

Vollplagiat

Hier wird eine vollständige fremde Arbeit oder ein größerer Teil davon übernommen und als eigene Leistung ausgegeben.

Das ist der offensichtlichste Fall und vermutlich auch die Form, an die Du zuerst denkst, wenn Du das Wort „Plagiat“ hörst.

Copy-Paste-Plagiat

Hier übernimmst Du Textstellen, Tabellen, Abbildungen oder andere Inhalte direkt aus einer Quelle, ohne sie korrekt als Übernahme zu kennzeichnen.

Bei wörtlichen Textübernahmen brauchst Du nicht nur eine Quellenangabe. Es muss auch deutlich werden, dass es sich um ein direktes Zitat handelt. Also: Anführungszeichen nicht vergessen!

Übersetzungsplagiat

Du findest einen perfekten englischsprachigen Absatz, übersetzt ihn selbst ins Deutsche und baust ihn in Deine Hausarbeit ein.

Eigene Formulierung? Ja. Eigener Gedanke? Nein. Auch hier musst Du selbstverständlich die Originalquelle nennen!

Selbstplagiat

Auch bei Deinen eigenen früheren Texten solltest Du vorsichtig sein.

Wenn Du zum Beispiel Teile einer bereits eingereichten Hausarbeit einfach in Deine nächste Arbeit kopierst, erbringst Du an dieser Stelle keine neue Leistung. Wie genau mit bereits erbrachten eigenen Arbeiten umgegangen werden darf, kann zudem von den Vorgaben Deiner Hochschule und Deiner Prüfungsordnung abhängen.

Du willst Dir nochmal die Basics zum Zitieren anschauen? Hier habe ich das passende YouTube-Video dazu: 

Zitieren einfach erklärt:

Aber wie kann ich plagiatfrei schreiben?

Die vielleicht wichtigste Antwort lautet: Plagiatvermeidung beginnt nicht beim Zitieren. Sie beginnt bei Deinem Arbeitsprozess.

Wenn Du erst kurz vor der Abgabe versuchst herauszufinden, an welchen Stellen Deines Textes eigentlich noch eine Quelle fehlt, machst Du es Dir unnötig schwer.

Besser ist es, Recherche, Lesen, Exzerpieren und Schreiben von Anfang an so zu organisieren, dass fremdes und eigenes Wissen getrennt bleiben.

Hierfür kann ich dir vier Tipps an die Hand geben:

  1. Plane die Zeit für Deine Hausarbeit realistisch.
  2. Organisiere Deine Quellen von Anfang an, vorzugsweise mit einem Literaturverwaltungsprogramm.
  3. Trenne beim Exzerpieren eigene und fremde Gedanken.
  4. Kennzeichne fremdes Wissen eindeutig.

Und was ist mit KI?

Auch KI-generierte Inhalte solltest Du nicht einfach ungeprüft in eine wissenschaftliche Arbeit übernehmen. Der Output von ChatGPT und anderen KI-Tools können fachliche Aussagen enthalten, ohne Dir eine verlässliche Quelle dafür zu nennen.

Prüfe deshalb immer: Woher stammt die Information? Gibt es dafür eine wissenschaftliche Quelle? Habe ich diese Quelle selbst gelesen und überprüft? KI kann Dich beim Sortieren von Ideen oder beim Einstieg in ein Thema unterstützen, ersetzt aber nicht Deine Literaturrecherche. Beachte außerdem die KI-Vorgaben Deiner Hochschule.

Fazit

Plagiatfrei schreiben bedeutet nicht, möglichst wenig fremdes Wissen zu verwenden. Wissenschaftliche Arbeiten leben davon, dass Du Dich mit bestehenden Forschungspositionen auseinandersetzt. Entscheidend ist, dass jederzeit transparent bleibt, was aus einer Quelle stammt und was Deine eigene wissenschaftliche Leistung ist.

Wenn Du Deine Quellen von Anfang an ordentlich organisierst, eigene und fremde Gedanken sauber trennst, korrekt zitierst und genügend Zeit für die Überarbeitung einplanst, wird Plagiatvermeidung zu einem ganz normalen Teil Deines wissenschaftlichen Arbeitens.

Wenn Du Dich detaillierter mit dem Thema „plagiatfrei schreiben“ auseinandersetzen möchtest, wirf‘ gerne einen Blick in meinen Guide einfach plagiatfrei schreiben: 

oder unter:

https://buchshop.bod.de/einfach-plagiatfrei-andrea-klein-9783696395421?utm_source=saleswidget&utm_medium=referral&utm_campaign=saleswidget_small

Du bist Lehrende*r und fragst Dich, wie Du deinen Studierenden Plagiatvermeidung beibringst? Schau‘ Dir hierfür mein Video an: