Deine To-Dos für einen guten Start ins Semester

Das neue Semester ist noch ein paar Wochen entfernt und eigentlich möchtest Du gerade an alles denken, nur nicht an Vorlesungen, Seminare und Hausarbeiten? Verständlich. Trotzdem lohnt es sich, schon jetzt ein paar Gedanken an das kommende Semester zu verschwenden.

Keine Sorge: Es geht nicht darum, Deine Semesterferien mit einem minutiösen Lernplan zu füllen. Mit ein paar kleinen Vorbereitungen kannst Du Dir aber später einiges an Stress ersparen.

1. Schau zurück: Was kannst Du aus dem letzten Semester mitnehmen?

Ein Blick zurück lohnt sich immer. Du kannst beispielsweise überlegen, was im vergangenen Semester sehr gut und weniger gut lief. Was hat sich bewährt und was hättest Du gerne schon vorher gewusst?

Gerade der Übergang vom Sommer- zum Wintersemester ist dafür ein guter Zeitpunkt. Vielleicht hast Du Dein erstes Studienjahr abgeschlossen und weißt inzwischen deutlich besser, wie Dein Studium funktioniert. Vielleicht befindest Du Dich aber auch schon in höheren Semestern und stehst vor Deiner Abschlussarbeit.

Nimm Dir ein paar Minuten Zeit und beantworte  diese Fragen:

  • Welche Arbeitsweisen haben mir geholfen?
  • Wo hatte ich besonders viel Stress?
  • Was möchte ich im nächsten Semester beibehalten und was sollte ich verändern?

Am besten hältst Du Deine Antworten schriftlich fest. Dadurch zwingst Du Dich dazu, Deine Erfahrungen genauer zu formulieren. Außerdem kannst Du später noch einmal darauf zurückgreifen. So kannst Du später auf die Erfahrungen zurückgreifen, die Du bereits gesammelt hast.

2. Verschaffe Dir einen groben Überblick über die kommenden Inhalte

Oft weißt Du schon einige Wochen vor Semesterbeginn zumindest ungefähr, was Dich erwartet. Vielleicht ist das Vorlesungsverzeichnis bereits veröffentlicht. Vielleicht kennst Du die Module aus Deinem Studienverlaufsplan. Oder Du hast Dich mit Studierenden aus höheren Semestern ausgetauscht. Das ist eine gute Voraussetzung.

Du musst natürlich nicht jetzt schon anfangen, komplette Seminarpläne durchzuarbeiten. Es geht vielmehr darum, Dir ein erstes mentales Gerüst zu bauen.

Schau Dir für besonders wichtige Veranstaltungen beispielsweise an:

  • Welche Wissenschaftler:innen oder Autor:innen sollte man auf diesem Gebiet kennen?
  • Welche Theorien werden häufig genannt?
  • Welche grundlegenden Texte gibt es zu dem Thema?

Schon ein grober Überblick kann dafür sorgen, dass Dir zu Semesterbeginn nicht jeder Begriff vollkommen neu erscheint.

3. Lies lieber wenige Texte gründlich

Wenn Du bei Deiner Recherche auf zentrale Texte stößt, musst Du daraus keine zwanzigseitige Leseliste für die Semesterferien machen. Suche Dir lieber ein, zwei oder drei Texte aus, die für das Themengebiet besonders wichtig sind, und lies sie tatsächlich gründlich. Versuche nicht nur, irgendwie bis zur letzten Seite zu kommen, sondern die Argumentation wirklich nachzuvollziehen.

Drei gründlich gelesene und verstandene Texte bringen Dir häufig mehr als zwanzig PDFs, die Du heruntergeladen und vorsorglich in einem Ordner gespeichert hast.

Und das Beste: Wissenschaftliche Texte müssen nicht zwangsläufig am Schreibtisch gelesen werden. Wenn gerade Semesterferien sind, kannst Du Dich genauso gut mit einem Text in den Park, ins Café oder an einen anderen Ort setzen, an dem Du gerne liest.😉

4. Verbessere Deine Lesestrategie

Wenn Du wissenschaftliche Texte bisher vor allem von vorne bis hinten gelesen und dabei gehofft hast, dass möglichst viel hängen bleibt, könnten die Semesterferien ein guter Zeitpunkt sein, Deine Lesestrategien zu überdenken.

Beim wissenschaftlichen Lesen geht es schließlich nicht nur darum, Texte zu konsumieren. Deshalb kannst Du beispielsweise üben,

  • einen Text zunächst zu überblicken
  • gezielt nach bestimmten Informationen zu suchen
  • zentrale Argumente zu identifizieren

Schon kleine Veränderungen können dazu führen, dass Du Texte schneller verstehst und später leichter mit ihnen weiterarbeitest. 

5. Geh mit einem offenen Blick durch Deinen Alltag

Bewusst im Alltag auf Dinge zu achten kann auch als Vorbereitung für das neue Semester dienen. Wenn Du ungefähr weißt, mit welchen Themen Du Dich im nächsten Semester beschäftigen wirst, werden Dir möglicherweise plötzlich Verbindungen begegnen: in einem Podcast, in einem Zeitungsartikel, in einem Gespräch, auf Reisen…

Halte Dir solche Beobachtungen und Ideen fest. Das kann eine kurze Notiz auf dem Handy sein, ein Satz in Deinem Notizbuch oder eine Sprachnachricht an Dich selbst. Wichtig ist zunächst nur, dass die Idee nicht verloren geht.

Vielleicht entwickelt sich daraus später ein Beispiel für ein Referat oder eine Hausarbeit. Oder mehrere kleine Beobachtungen ergeben irgendwann sogar die Grundlage für ein Thema Deiner Abschlussarbeit.

6. Kläre, welche Anforderungen auf Dich zukommen

Neben den Inhalten solltest Du Dir auch die Anforderungen des kommenden Semesters anschauen. Denn nicht nur die Themen verändern sich im Laufe des Studiums. Auch das, was von Dir erwartet wird, kann anspruchsvoller werden.

Vielleicht musst Du eine Textsorte schreiben, mit der Du bisher wenig Erfahrung hast. Vielleicht werden Diskussionen im Seminar theoretischer. Vielleicht sollst Du Themen selbstständiger bearbeiten oder wissenschaftliche Positionen stärker miteinander vergleichen.

Gerade wenn Du schon einige Semester studierst, kann sich auch die erwartete Tiefe verändern. Kurz vor der Abschlussarbeit wird beispielsweise vorausgesetzt, dass Du auf mehr Vorwissen zurückgreifen kannst als zu Beginn Deines Studiums.

Überlege also nicht nur, was Du lernen musst, sondern auch, was Du im kommenden Semester können solltest.

7. Überprüfe auch Deine eigenen Ansprüche

Nicht alle Anforderungen kommen von außen. Mindestens genauso wichtig ist die Frage, welche Erwartungen Du selbst an Dich stellst.

Vielleicht hast Du im vergangenen Semester gemerkt, dass Du Dir zu viel vorgenommen hast. Dann kann ein gutes Ziel für das neue Semester darin bestehen, bewusst einen Gang herunterzuschalten. Vielleicht hast Du aber auch das Gefühl, dass Du an bestimmten Stellen noch mehr aus Dir herausholen möchtest.

Beides ist vollkommen legitim. Entscheidend ist, dass Du nicht automatisch mit denselben Erwartungen in jedes neue Semester startest. Überlege stattdessen bewusst, was für Deine aktuelle Situation sinnvoll ist.

8. Richte endlich eine Literaturverwaltung ein

Du schreibst regelmäßig Hausarbeiten, sammelst wissenschaftliche Literatur und Deine PDFs verteilen sich trotzdem noch auf Download-Ordner, Desktop und verschiedene Unterordner? Dann könnte vor dem neuen Semester der richtige Zeitpunkt gekommen sein, eine Literaturverwaltung einzurichten.

Und falls Du während der Semesterferien ohnehin noch eine Hausarbeit schreibst, kannst Du das neue System direkt ausprobieren. Der Aufwand am Anfang kann Dir bei zukünftigen Hausarbeiten und Deiner Abschlussarbeit viel Arbeit ersparen.

9. Beschäftige Dich frühzeitig mit empirischen Methoden

Dieser Punkt ist besonders interessant, wenn Deine Abschlussarbeit langsam näher rückt. Falls Du empirisch arbeiten möchtest oder musst, solltest Du Dich nicht erst dann mit Methoden beschäftigen, wenn die Anmeldung Deiner Arbeit unmittelbar bevorsteht.

Verschaffe Dir frühzeitig einen Überblick, indem Du überlegst, welche Methoden der Datenerhebung es in Deinem Fach gibt. Welche davon könnten für Deine Interessen relevant sein? Und vor allem: Wie werden die erhobenen Daten anschließend ausgewertet?

Ein erstes Verständnis der verschiedenen Möglichkeiten reicht vorerst und kann Dir später die Themenfindung und Planung Deiner Abschlussarbeit erheblich erleichtern.

Du willst mehr darüber erfahren? Dann schau‘ Dir doch mein YouTube-Video zu empirischen Studien an:

10. Entspannen!

Bei all diesen To-Dos gibt es noch einen wichtigen letzten Punkt: Du hast Semesterferien.

Du musst nicht jeden freien Nachmittag damit verbringen, Dich auf die kommenden Monate vorzubereiten. Erholung ist ebenfalls Teil einer guten Semesterplanung. Du wirst Deine Energie im Semester noch brauchen.

Deshalb geht es nicht darum, bereits Wochen vorher wieder vollständig in den Studienmodus zu wechseln. Nutze die ruhigere Zeit vielmehr für einige Dinge, die während des laufenden Semesters häufig untergehen.

Übrigens: zu diesem Thema habe ich auch ein YouTube-Video gedreht, das Du hier findest: